Viele Unternehmerinnen setzen sich unter Druck, wenn sie ihren Elevator-Pitch formulieren sollen. Der Satz soll professionell, charmant, kurz, einzigartig und verkaufsstark sein. Genau dadurch klingt er oft unnatürlich.
Ein guter Pitch muss nicht wie eine Bühne wirken. Er muss in einem echten Gespräch funktionieren. Wenn dich jemand fragt, was du machst, soll deine Antwort nicht alles erklären, sondern eine klare Tür öffnen.
Für Coaches, Beraterinnen und Expertinnen ist das besonders wichtig. Deine Arbeit ist oft erklärungsbedürftig. Wenn du nur sagst, dass du Coachin bist, bleibt unklar, wann jemand dich anfragen oder empfehlen sollte.
Der Pitch soll deshalb eine konkrete Situation sichtbar machen. Die andere Person soll verstehen: Für diese Art von Frau, in dieser Lage, ist dein Weg relevant.
Teil 1
Starte mit der Lage deiner Kundinnen
Viele Pitches beginnen mit der eigenen Rolle: Ich bin Coachin, Mentorin, Beraterin oder Trainerin. Das ist korrekt, aber selten erinnerbar.
Stärker ist ein Einstieg über die Lage der Frauen, mit denen du arbeitest. Welche Situation erleben sie Was versuchen sie bereits Wo hakt es
Zum Beispiel: Ich unterstütze Coaches, die sichtbar sind, aber aus ihrer Sichtbarkeit noch keine passenden Anfragen bekommen.
So entsteht sofort ein Bild. Die andere Person kann Menschen zuordnen, statt nur einen Berufstitel zu hören.
Eine gute Kundinnenlage beschreibt:
- wer gemeint ist
- was gerade nicht funktioniert
- welche Unsicherheit dahintersteht
- warum das Problem relevant ist
- welche Veränderung gesucht wird
Teil 2
Nenne den Engpass hinter dem Problem
Ein Pitch wird stärker, wenn er nicht nur das sichtbare Problem benennt, sondern auch die Ursache einordnet.
Wenn du sagst, dass Frauen mehr Kundinnen gewinnen wollen, ist das sehr breit. Wenn du sagst, dass sie sichtbar sind, aber Angebot und nächster Schritt nicht klar verbunden sind, wird es konkreter.
Diese Einordnung zeigt Kompetenz, ohne dass du deine ganze Methode erklären musst.
Die andere Person merkt: Du verstehst nicht nur den Wunsch, sondern auch den Engpass dahinter.
Teil 3
Sag, welche Veränderung durch deine Arbeit leichter wird
Nach Zielgruppe und Problem braucht dein Pitch eine Richtung. Was wird durch deine Arbeit klarer, leichter oder möglich
Das Ergebnis muss nicht übertrieben klingen. Gerade in kurzen Gesprächen wirken einfache, konkrete Aussagen oft stärker als große Versprechen.
Zum Beispiel: Damit passende Frauen schneller verstehen, warum eine Zusammenarbeit sinnvoll ist und wie sie den nächsten Schritt prüfen können.
So bekommt dein Pitch einen Nutzen, ohne in Druck oder Übertreibung zu kippen.
Gute Ergebniswörter sind:
- klarer
- passender
- anfragefähiger
- leichter entscheidbar
- besser einordenbar
Teil 4
Halte den Pitch kurz genug für echte Gespräche
Ein Elevator-Pitch muss nicht exakt 30 Sekunden dauern. Er sollte aber kurz genug sein, dass die andere Person danach noch Lust hat, eine Frage zu stellen.
Wenn du zu viel erklärst, nimmst du dem Gespräch den Raum. Besser ist ein Satz, der neugierig macht und gleichzeitig klar bleibt.
Du kannst danach immer noch vertiefen. Der erste Satz soll nicht alles lösen. Er soll den richtigen Einstieg setzen.
Gerade in Netzwerken ist das wichtig, weil Gespräche oft schnell wechseln.
Teil 5
Nutze eine einfache Struktur
Wenn du deinen Pitch nicht jedes Mal neu erfinden willst, hilft eine Struktur. Sie gibt dir Sicherheit, ohne dass der Satz steif wirken muss.
Eine einfache Formel lautet: Ich unterstütze [Zielgruppe], die [konkrete Lage] erleben, dabei [Veränderung], damit [nächste Entscheidung oder Ergebnis].
Diese Struktur ist kein starres Skript. Du kannst sie weicher formulieren, je nachdem, ob du in einer Vorstellungsrunde, einem Gespräch oder auf einem Event bist.
Wichtig ist, dass die Reihenfolge stimmt: erst die Frau, dann ihr Problem, dann deine Veränderung.
Beispiel für Coaches:
- Ich unterstütze Coaches und Expertinnen
- die sichtbar sind, aber keine passenden Anfragen bekommen
- dabei, Angebot, Sichtbarkeit und Anfrageweg klar zu verbinden
- damit interessierte Frauen den nächsten Schritt leichter verstehen
Teil 6
Passe den Pitch an den Moment an
Du brauchst nicht nur einen einzigen Satz für jede Situation. In einer Vorstellungsrunde brauchst du eine kürzere Version als in einem ruhigen Zweiergespräch.
Auf einem lokalen Event kann der Bezug zur Stadt oder zum Netzwerk wichtig sein. Bei einer Kooperation kann stärker zählen, welche Zielgruppe du erreichst. In einem Gespräch mit einer möglichen Kundin darfst du konkreter auf ihre Lage eingehen.
Ein guter Pitch bleibt inhaltlich klar, aber sprachlich beweglich.
So wirkst du nicht auswendig gelernt, sondern präsent.
Teil 7
Teste, ob andere dich richtig wiedergeben können
Der beste Test für deinen Elevator-Pitch ist nicht, ob du ihn schön findest. Entscheidend ist, ob andere ihn wiedergeben können.
Wenn jemand nach einem Gespräch sagen kann, für wen du da bist und bei welchem Problem du hilfst, ist dein Pitch auf dem richtigen Weg.
Wenn die Person nur sagt, du machst irgendwas mit Coaching, Sichtbarkeit oder Marketing, ist er noch zu breit.
Bitte vertraute Kontakte ruhig, deinen Satz in eigenen Worten zurückzugeben. Daran erkennst du sofort, was hängen bleibt.
Gute Rückmeldungen klingen wie:
- Jetzt verstehe ich, wann ich an dich denken soll.
- Ich kenne jemanden, für den das passen könnte.
- Das ist viel klarer als nur Coachin.
- Jetzt weiß ich, welches Problem du löst.
- Der nächste Schritt klingt nachvollziehbar.
Teil 8
Verbinde deinen Pitch mit einem nächsten Schritt
Ein klarer Pitch ist wertvoll, aber er sollte nicht im Gespräch enden. Wenn die andere Person interessiert ist, braucht sie einen leichten Anschluss.
Das kann ein kostenloses Training, ein Video, eine Einladung zu einem Workshop oder ein Gespräch sein. Der Anschluss sollte zur Situation passen und nicht zu früh verkaufen.
Wenn du deinen Pitch mit einem ruhigen nächsten Schritt verbindest, wird aus Klarheit ein Anfrageweg.
So kann eine Begegnung weiterwirken, ohne dass du dich im Gespräch aufdrängen musst.
Teil 9
Vermeide den Satz, der dich zu breit macht
Viele Unternehmerinnen sagen aus Gewohnheit, dass sie Frauen dabei helfen, in ihre Kraft zu kommen, sichtbar zu werden oder ihr Potenzial zu leben. Das kann wahr sein, bleibt aber oft zu offen.
Die andere Person kann danach schwer einschätzen, wann sie dich empfehlen sollte. Geht es um Selbstvertrauen, Kundengewinnung, Führung, Gesundheit, Positionierung oder Verkauf
Ein Pitch wird stärker, wenn du eine konkrete Lage wählst. Nicht alles, was du kannst, muss in den ersten Satz.
Mut zur Eingrenzung macht dich nicht kleiner. Er macht dich erinnerbarer.
Zu breit klingt oft:
- Ich helfe Frauen, ihr Potenzial zu entfalten.
- Ich begleite Menschen auf ihrem Weg.
- Ich mache Coaching für alle Lebensbereiche.
- Ich unterstütze bei Sichtbarkeit und Erfolg.
- Ich arbeite ganzheitlich mit Unternehmerinnen.
Teil 10
Nutze Beispiele, um deinen Pitch alltagstauglich zu machen
Ein Pitch lebt nicht nur auf Papier. Er muss in echten Situationen funktionieren: beim Stammtisch, nach einem Vortrag, in einer kurzen Vorstellungsrunde oder wenn dich jemand spontan fragt.
Sprich deinen Satz laut aus. Wenn er sich fremd anfühlt, kürze ihn. Wenn du beim Erklären Luft holen musst, ist er wahrscheinlich zu lang.
Eine gute Version klingt wie du, nur klarer. Sie darf natürlich, warm und einfach sein.
Je öfter du ihn testest, desto schneller merkst du, welche Wörter bei passenden Frauen wirklich ankommen.
Wenn du merkst, dass jemand nach deinem Satz sofort nachfragt, hast du meist einen guten Einstieg gefunden. Dann ist nicht alles erklärt, aber genug verstanden, um ein echtes Gespräch zu öffnen.
Teste deinen Pitch in:
- einer kurzen Vorstellungsrunde
- einem Zweiergespräch
- einer Nachricht nach einem Kontakt
- einem Vortragseinstieg
- einer Empfehlungssituation